Werkbank selber bauen 17.12.2015 10:36

So mancher Heimwerker ist mit dem Arbeitstisch in der Hobbywerkstatt unzufrieden. Oft besteht dieser aus zwei aufklappbaren Holzböcken und einer einfach darüber gelegten Holzplatte. Bei schweren Gegenständen oder großen Kräften zeigen sich solche Konstruktionen als eher instabil.

Stärke bringt Stabilität

Was im übertragenen Sinne für andere Bereiche gelten kann, ist in der Realität bei Werkbänken ein Grundprinzip, denn je dicker und fester die Materialien sind, aus denen eine Werkbank gefertigt wird, desto höher ist auch deren Belastbarkeit, vorausgesetzt das alles gut miteinander verbunden ist. Darum werden professionell genutzte Werkbänke in Tischlereien oder auch Schlossereien zum einen mit einer massiven Tischplatte und zum anderen mit einem sehr stabilen Unterbau ausgeführt. Solche Konstruktionen können auch in Eigenregie angefertigt werden und besitzen hierbei den Vorteil, dass die Größe der Werkbank exakt den Platzverhältnissen im Hobbyraum anzupassen ist. Selbst eine „Über-Eck“ Werkbank ist so realisierbar, mit deren Hilfe auch engere Räumlichkeiten gut genutzt werden können.

Der Unterbau

Theoretisch kann der Unterbau der selbst anzufertigen Werkbank aus Vierkantstahlrohr sowie Stahlplatten geschweißt werden, was in sich zu einer hohen Stabilität führt. Allerdings erfordert dies umfangreiche und präzise Schweißarbeiten mit einem entsprechenden Equipment. Man kann aber auch auf fertige Werkbankfüße zurückgreifen. Etwas leichter geht es mit Holz, da sich hierzu die benötigten Werkzeuge auch eher in einer Heimwerker-Werkstatt finden. Zur Umsetzung der Arbeiten für den Unterbau werden folgende Werkzeuge, Werkstoffe und Geräte benötigt:

Stichsäge
Stechbeitel und Klopfholz
Obertischfräse
Bandmaß
Winkelmaß
Bleistift
Holzleim
Schleifpapier

Vier Rechteck-Holzpfosten 80 x 10 x 10 cm (L. B. T.)
Vier Holzleisten 80 x 10 x 3 cm
Vier Holzleisten 50 x 10 x 3 cm
2 Holzplatten 94 x 64 x 3 cm
(Der Zuschnitt erfolgt am besten im Holzmarkt)

In der hier vorgestellten Bauweise besitzt der fertige Unterbau eine Länge von 94 cm und eine Tiefe von 64 cm sowie eine Höhe von 80 cm.
Das Holz, das zur Anwendung kommt, sollte nicht zu leicht und zu langfaserig sein. Buche eignet sich hierfür sehr gut, da es ein relativ günstiges Preis-Leistungsverhältnis besitzt und sich gut bearbeiten lässt. Eiche wäre noch besser, ist aber entsprechend teurer und schwerer zu handhaben.

Zuerst werden nun an den vier Rechteckholzpfosten jeweils auf zwei über Eck liegenden Langseiten die Aussparungen zum Verzapfen der Holzleisten ausgearbeitet. Diese Aussparungen entsprechen der Breite und Dicke der Holzleisten, also 10 x 3 cm. Eine Aussparung schließt hierbei Bündig mit einem Ende des Holzpfostens ab, die andere befindet sich 20 cm unterhalb des anderen Endes. Mit der Obertischfräse werden 3 cm tiefe Aussparungen eingebracht und deren Ecken mit dem Stechbeitel anschließend sauber ausgearbeitet. Nun werden die Aussparungen mit Leim versehen und die Pfosten mit den Holzleisten verzapft. Solange der Leim noch trocknet wird das nun bestehende Rechteck ausgerichtet. Im Weiteren werden die zwei Holzplatten an den vier Ecken mit der Stichsäge zugeschnitten und auf die Holzleisten als Ablagen für Werkzeuge aufgelegt.

Die Tischplatte

Nun fehlt nur noch die Tischplatte, die mindestens eine Stärke von 5 cm aufweisen sollte und aus Leimholz sein kann oder eine sogenannte Multiplex-Platte. Diese kann wiederum im Holzmarkt auf die passende Größe, etwa 110 x 70 cm, zugeschnitten und mit Stahlwinkeln am Unterbau befestigt werden.
 


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