Exotische Früchte und Gemüse selber anbauen 17.12.2015 10:09

Der Anbau von exotischem Obst und Gemüse ist anspruchsvoll. Wer sich jedoch ausgiebig informiert hat und ein sonniges und dennoch gut geschütztes Plätzchen in seinem Garten besitzt, der darf es wagen.

Gewächshäuser, Wintergärten und Frühbeetkästen stellen eine Alternative dar. Wer den jungen Pflanzen einen Wachstumsvorsprung verschafft, indem er sie in einem warmen und sonnigen Innenraum (bei ca. 20 bis 25 °C) heranzieht und sie schließlich in einzelne Töpfchen pikiert, um sie dann phasenweise an einem geschützten Ort im Außenbereich an das Klima zu gewöhnen, der erzielt die besten Erfolge.

Erst Mitte Mai nach den Eisheiligen sollte das Auspflanzen erfolgen. Anschließend hilft ein dunkles Vlies oder eine dunkle Folie, welche um die Auspflanzungen herumgelegt wird, um die Sonne besser zu reflektieren und so Wärme zu speichern. Besonders im Mai und Juni kommt es noch zu vereinzelten kalten Nächten. Um einem Erfrieren vorzubeugen, eignet sich dieser Trick. Ein windgeschützter Ort sollte zudem als selbstverständlich gelten.

Wer das Wachstum fördern möchte, der düngt mit Kompost. Exotische Früchte und außergewöhnliches Gemüse, das sich auch in unseren Breiten züchten lässt, sind die Ananaskirsche, auch süße Erdkirsche genannt (Nordamerika), die Andenbeere, auch als Inkapflaume oder Kapstachelbeere bekannt (Südamerika), Tomatillos (Mittelamerika), Auberginen (Asien), Kiwanos, eine Steppenpflanze des südlichen Afrikas, die mit der Gurke eng verwandt ist, Hörnchenkürbisse (Südamerika) und Wasser- sowie Honigmelonen, die inzwischen an vielen Orten der Erde gut gedeihen.

Auch die Bittergurke bzw. Balsambirne (Afrika, Indien, Südostasien) oder die Litschitomate (tropisches Südamerika, Andenregion) kann im heimischen Garten wachsen.

Früchte tragende, exotische Bäumchen, die im Außenbereich gepflanzt werden können und ganzjährig den Temperaturen Stand halten sind zum Beispiel der Zwerggranatapfel (Persien), der Korallenbaum (Indien, Polynesien) und der Blaugurkenbaum (China), der beeindruckende blaue Früchte trägt.

Wer Zitronen, Orangen oder Kiwis anbauen möchte, benötigt ein Gewächshaus. Diese Exoten gedeihen nicht in der Gartenerde unter freiem Himmel. Zudem gibt es exotische Pflanzen, die nur bei Zimmertemperaturen überleben. So beispielsweise der Meerrettichbaum (Afrika und Asien), von dem alle Pflanzenteile essbar sind und große Mengen an Vitaminen enthalten.

Auch die Feijoa Sellowiana (Brasilien), ein Bäumchen, das die schmackhaften Ananas-Guaven trägt, oder die sogenannte Granadilla (Südamerika) kann nur als Zimmerbäumchen gehalten werden.

Egal, ob der Anbau von Exoten im Freien oder im Innenraum erfolgt, größtmögliche Sorgfalt und einschlägige Informationen über das jeweilige Gewächs sind von Nöten, um den exotischen Fremdlingen das Gedeihen in Mitteleuropa zu erleichtern und den ausgefallenen und gesunden Genuss zu ermöglichen


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