Blühende Spaliere - Schmuckstücke für Hauswand und Garten 17.12.2015 10:23

Ob als Sichtschutz im Vorgarten, zur Wandbegrünung oder als Pergola - Kletterpflanzen sind in jedem Garten nahezu unentbehrlich. Sie sind meist relativ anspruchslos und sehr flexibel einsetzbar, die schnell wachsenden Arten bringen schon nach kurzer Zeit viel Grün auch in einen neu angelegten Hausgarten.

Selbsthaftende Kletterpflanzen wie Trompetenblume, Efeu und Wilder Wein können mittels Luftwurzeln und Haftscheiben auch glatte Wände bewachsen, rankende Pflanzen (z.B. Kletterrosen, Wicken, Waldrebe, Hopfen) benötigen einen Baum oder ein Spalier als Kletterhilfe.

Im Fachhandel gibt es vorgefertigte Spaliere aus Metall in Bogenform z.B. für Kletterrosen oder gitterförmig zum Anschrauben an eine Wand. Diese stabilen Ausführungen dienen oft zur Erziehung von Spalierobst (Apfel, Birne), während feindrahtige, meist grün ummantelte Metallspaliere eher aus optischen Gründen verwendet werden, damit das Rankgitter nicht auffällt und die Pflanze im Vordergrund steht.

Ein Spalier aus Holz an einer Wand oder freistehend im Garten ist auch ohne Bepflanzung schon ein auflockerndes und gestaltendes Element, und man kann ein Holzspalier mit wenig Werkzeug und ohne großen Aufwand selbst herstellen und anbringen.

Für ein einfaches Spalier mit rechteckigen bzw. quadratischen Feldern benötigt man je nach der Größe des geplanten Spaliers die entsprechende Menge Kanthölzer, die auf die passende Länge (Quer- bzw. Längsstreben) zurechtgeschnitten werden. Die optimale Kantenlänge der Hölzer ist ca. 2,5-3 cm, da hier das Handling und die Bearbeitung noch relativ einfach ist und auch alleine durchgeführt werden kann.

Die einzelnen Streben werden in einem Abstand von 20-30 cm gitterförmig aufeinander gelegt, vorläufig mit Klemmen oder Schraubzwingen fixiert und dann an den Kreuzungspunkten fest vernagelt.

Eine wesentlich stabilere Konstruktion ergibt sich, wenn man aus den Längsstreben entsprechend breite Nuten herausarbeitet und die Querstreben in die Vertiefungen einfügt; für den endgültigen festen Halt sorgen wasserfester Kleber und ein verzinkter Nagel.

Zum Abschluss werden an den Eckpunkten noch die Löcher für die Befestigungsschrauben durch das Holz gebohrt; die Bohrlöcher werden oben etwas erweitert, um die Schrauben vollständig versenken zu können.

Vor der Montage an eine Wand muss die Stabilität des Untergrundes überprüft werden (z.B. bröckelnder Putz, lose Mauersteine), denn ein voll beranktes Gitter kann sehr schwer wiegen; der Abstand der Spalierunterkante zum Boden sollte ca. 30 cm betragen, um die Pflanzen ungehindert einsetzen zu können.

Bei einem freistehenden Spalier zwischen zwei Holzpfählen ist darauf Wert zu legen, dass diese fest im Boden verankert sind, um bei vollem Bewuchs dem entstehenden Winddruck standhalten zu können.

Die bekannteste Kletter- und Spalierpflanze mit einer Wuchshöhe bis zu 7 m ist der Efeu (Hedera helix), der in verschiedenen Varietäten vorkommt und sehr anspruchslos ist. Efeu wächst auf fast allen Böden und auch an nord- oder ostseitigen Standorten, die immergrüne Pflanze besticht v.a. durch die verschiedenen Muster der Blätter.

Beliebte Spalierpflanzen sind auch der Gemeine Hopfen (Humulus lupulus, Höhe bis 3 m) und das immergrüne Geißblatt (Lonicera japonica, Höhe bis 7 m), das im Sommer duftende, weiße Blüten hervorbringt ähnlich wie der Echte Jasmin (Jasminum officinale, Höhe bis 7 m); beide Pflanzen benötigen eine stabile Kletterhilfe.

Die Weinrebe (Vitis vinifera, Höhe bis 6 m) und der Wilde Wein (Parthenocissus quinquefolia, Höhe bis 18 m) werden wegen der intensiven Laubfärbung im Herbst gerne als Wandschmuck verwendet, die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea, Höhe bis 4 m) wirkt v.a. durch ihre ca. 8 cm großen weiß-blauen Blüten.

Sehr dekorative Spalierpflanzen sind auch die Waldreben (Clematis, Höhe bis 7 m), einzelne Sorten erreichen einen Blütendurchmesser von 15 cm; an einem stabilen Spalier blühen die Clematis je nach Art vom Spätfrühling bis zum Herbst.


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