Baumschnitt – Werkzeug und Planung 17.12.2015 10:29

Der Schnitt von Bäumen bedarf guter Vorbereitung. Gleichgültig ob Zier- oder Obstbaum, zuerst benötigen Sie das richtige Werkzeug. Dazu gehört eine normale Gartenschere, die Äste von einigen Millimetern Dicke durchtrennen kann. Hinzu kommen eine Astschere für das kräftigere Holz und eine Baumsäge, die Sie mit einer Hand bedienen können, denn mit der anderen sollten Sie sich an der Leiter oder am Baum festhalten. Mitunter kann auch eine Säge oder eine Astschere an einem langen Teleskopstiel sehr nützlich sein, schließlich möchte nicht jeder Gärtner hoch im Baum herumklettern.
Sehr wichtig ist die Auswahl des Schnittzeitpunkts. Im Allgemeinen werden Bäume ab dem Spätherbst geschnitten, wenn sie kein Laub mehr tragen und in der Wachstumspause sind. Spätestens Anfang April sollte der Schnitt abgeschlossen sein, denn sonst treiben die Bäume vielleicht nicht mehr richtig aus. Lediglich Pfirsich und Süßkirsche schneidet man später, nämlich nach der Blüte im Frühjahr bzw. nach der Ernte im Sommer.

Äste, die quer zu anderen wachsen und an ihnen scheuern könnten, oder steil nach oben wachsende Äste sollten beim Schnitt entfernt werden. Das gilt auch für alte Fruchttriebe, denn Obst an jungen Hölzern ist meist von besserer Qualität. Einige Obstbäume treiben im Sommer stark aus und entwickeln dann viele senkrechte Triebe, sogenannte Wasserschosse. Diese sollte man im Hochsommer entfernen.

Bei Ziergehölzen ist sicher das Aussehen am wichtigsten. Schauen Sie aber nicht nur diese, sondern auch Ihre Obstbäume, von allen Seiten an bevor Sie loslegen und achten auf die Form der Krone und eine gleichmäßige Breite. Tote Äste sind natürlich immer zu entfernen. Allgemein ist zu beachten, dass man Äste nicht irgendwo in der Mitte durchtrennt. Sie entwickeln dann an der Schnittstelle mehrere neue Triebe, die wie ein Stern rund um den alten Ast wachsen. Das ist sehr unschön. Deshalb gilt, dass man Äste, egal ob dicke oder dünne, ein kleines Stück über ihrem Ansatz abschneidet. Lassen Sie dabei keinen Zapfen stehen. Beim Sägen ist darauf zu achten, dass der Schnitt schräg erfolgt, so dass Regenwasser später gut abfließt, sonst kann Fäulnis eindringen. Eine Wundbehandlung ist meist nicht erforderlich.
Bei Obstbäumen ist es wichtig, einen ordentlichen Ertrag zu erzielen. Es muss dafür genug Luft in den Baum gelangen, damit die Früchte gut reifen können. Man sagt, dass ein taubengroßer Vogel durch den Baum fliegen können sollte. Außerdem sollten Sie auch aus praktischen Gründen den Baum nicht zu dicht wachsen lassen, denn Sie möchten später ja von ihm ernten.

Natürlich müssen Sie den Ertrag Ihres Obstbaums nicht unbedingt optimieren. Vielleicht ist es Ihnen wichtiger, dass der Baum nicht zu hoch oder breit wird und eine ansprechende Form erhält. Tatsächlich schadet es auch einem Obstbaum nicht, wenn man beim Schnitt vor allem ästhetische Maßstäbe anlegt. Nur der Ertrag wird wohl etwas geringer ausfallen.
 


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